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»Romantik - Eine deutsche Affäre« von Rüdiger Safranski

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Die Romantik, der Inbegriff des deutschen Geistes, ist eine kunstübergreifende Kunstrichtung mit einer eigene Geschichte, die in Vergessenheit geraten ist. Die Romantik, die als literarische Epoche ca. von 1790 bis 1850 währte, ist neben dem Idealismus der Inbegriff des deutschen Geistes Sie ist in aufgeklärten Zeiten an den Rand gedrängt worden. Es ist die Epoche der Romantik, die für die Entfesselung des Genies stehen, für den Aufbruch ins Grenzenlose, für die Lust am Experiment. Rüdiger Safranski holt sie für den Leser ins Zentrum zurück. Er beschreibt die Romantik als Epoche, ihre Zeitgenossen Tieck, Novalis, Fichte, Schelling, Schleiermacher oder Dorothea Veit. Und er erzählt die Geschichte des Romantischen, die bis heute fortlebt. Sie handelt von der Karriere des Imaginären und führt über Heine, Richard Wagner, Nietzsche und Thomas Mann bis in die Gegenwart - die Biographie einer Geisteshaltung. Was die Romantiker auszeichnet, ist ihre Haltung gegen das Nützlichkeits...

»Die Christenbeit oder Europa« von Novalis (K)

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»Die Christenbeit oder Europa« ist ein 1799 entstandener AUfsatz von Novalis, der in Dichterkreisen viel diskutiert, jedoch wegen Bedenken auf Anraten Goethes nicht veröffentlicht wurde. Der Aufsatz beschwört die vision eines einheitlichen Europa unter vereinigt in einem gemeinsamen Glauben, der aus der christlichen Vergangenheit des Mittelalters heraufbeschworen wird. Für ihn, den Freiherrn Friedrich von Hardenberg, bedurfte es eines größeren Zieles seines Weges, der über die Philosophie und die Kunst führte und nicht über die aktuelle Politik. Immerhin jedoch keimte daraus schließlich der Gedanke an sein Land als Teil eines kontinental-europäischen Staatenbundes. Novalis'Aufsatz »Die Christenbeit oder Europa« aus dem Jahre 1799 kündete zum erstenmal öffentlich in deutscher Sprache von der Vision einer europäischen Gemeinschaft. Inspiriert von Schleiermachers Schrift, hatte er den Text gerade dem Freundeskreis in Jena vorgetragen. Denn auf Religion wie auf Politik bezo...

»Klagen eines Jünglings« von Novalis

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Nimmer schwanden undankbar die Freuden Traumgleich mir in öde Fernen hin; Jede färbte, lieblicher im Scheiden, Mit Erinnrung meinen trunknen Sinn; Mit Erinnrung, die, statt zu ermüden, Neue, heilge Wonne mir entschloß, Und mir süßen jugendlichen Frieden Um die rebengrünen Schläfe goß. Seit ich mehr aus schöner Wangen Röte Mehr aus sanften, blauen Augen las, Oft, wenn schon die scharfe Nachtluft wehte Im beseeltern Traume mich vergaß; Meinem Herzen nachbarlicher, wärmer, Da den Schlag der Nachtigall empfand, Und entfernt von meinem Klärchen ärmer Mich als jeder dürftge Pilger fand: Lachet, ewge Gottheit in dem Blicke, Mich mein sonnenschönes Leben an, Amor täuscht mich nicht mit List und Tücke, Ganymeda nicht mit kurzem Wahn; Jedes Lüftchen nähert sich mir milder, Das dort Blüten wild herunter haucht; Üppig drängen immer frische Bilder Sich zu mir, in Rosenöl getaucht. Zypris Tauben warten schon mit Kränzen Und mit Traubenbechern meiner dort, Und in leichtverschlungnen Freudentänzen Rei...

»Heinrich von Ofterdingen« von Novalis

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Heinrich von Ofterdingen 1802, also ein Jahr nach dem Tod des Autors Novalis, erschien der Roman ›Heinrich von Ofterdingen‹. Er gilt seitdem als der romantische Roman schlechthin. »Heinrich von Ofterdingen« ist ein 1802 erschienener Roman des deutschen Dichters Novalis. Novalis hat einen Entwicklungsroman geschrieben, den man als spirituellen Roman der deutschen Seele bezeichnen könnte. Leider blieb sein Werk unvollendet. Dennoch hat sein Werk so manchen inspiriert. Heute, da unsere Kultur allmählich unterzugehen droht, könnte man den Roman unter der Fragestellung nach der deutschen Seele und der Art und Weise unserer heimischen Spiritualität lesen. Novalis ließ dieses Buch als "Roman" veröffentlichen, ist jedoch ein wunderbares Märchen voll von Sehnsucht, Träumerei, Wissensgier und Geschichten. Der junge Heinrich träumt von einer blauen Blume, dem Symbol der Poesie, und möchte seinen Wissensdurst nach der vollendeten, erfüllenden Poesie stillen. Mit wunderschö...

»Gottlob, dass ich auf Erden bin« von Novalis

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Gottlob! daß ich auf Erden bin Und Leib und Seele habe; Ich danke Gott in meinem Sinn Für diese große Gabe. Der Leib ist mir doch herzlich lieb Trotz seiner Fehl und Mängel, Ich nehme gern mit ihm vorlieb Und neide keinen Engel. Ich küsse gern mein braunes Weib Und meine lieben Kinder, Und das tut wahrlich doch mein Leib, Und mir ist es gesünder, Als wenn ich mit Philosophie Die Seele mir verdürbe, Denn ein klein wenig Not macht sie, Die liebe Weisheit, mürbe. Novalis, deutscher Schriftsteller und Philosoph (1772 - 1801)

Wegbereiter der Frühromantik

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Das geistige Rüstzeug der Frühromantik (1790-1801) hat neben Johann Gottlieb Fichte und Friedrich Schlegel vor allem der Philosoph Friedrich Wilhelm Schelling bereitgestellt. 1797 entwarf er mit seiner Einleitung zu: Ideen zu einer Philosophie der Natur ein Fundament des romantischen Denkens, das hinsichtlich seiner Tragweite und Bedeutung gewiss nicht überschätzt werden kann. BR-Weblinks: Progressive Universalpoesie Die Romantisierung der Welt Der geheimnisvolle Weg Das romantische Fragment Das romantische Buch Das Märchen Die Blaue Blume der Romantik Gefühltes Mittelalter Die Wiedergeburt Europas &nb

Das Zeitalter der Romantiker

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Die Romantiker waren ein Dichterkreis mit einer Mission. Durch das Zeitalter der Aufklärung sensibilisiert, wollten die Romantiker jenen Zustand wieder revitalisieren, in dem der Mensch und die Natur eine Einheit bildeten. Eine Einheit, die sich einer zunehmenden Entfremdung ausgesetzt sah, da kapitalistische Bewegungen, Erkenntnisse der Naturwissenschaften und eine zunehmende Säkularisierung, den Zeitgeist, immer mehr, anstelle des Geheimnisvollen und Wunderbaren, beeinflussten. Es galt den Menschen über die Poesie zur ersehnten Einheit zurückzubringen und den Weg für das goldene Zeitalter, zu öffnen. Novalis, von der kantischen Transzendentalphilosophie beeinflusst, nahm dessen Weg auf, transformierte aber seinen Ansatz, um den Fokus anstatt auf das Finden allgemeiner Gestzmäßigkeiten, vielmehr auf die Selbstbeobachtung im Einzelnen zu legen. Wenn Kant sich nicht der Besonderheit einer bestimmten Erfahrung widmete, so reichen Novalis gerade bestimmte Einzelzüge, " nur weni...